Impfungen für Säuglinge in China: Andrea Kirwel berichtet aus Ihrer Elternzeit

Impfungen, der beste Schutz des Säuglings

 

Unsere Mitarbeiterin Andrea Kirwel (in Elternzeit) berichtet

Liebe Apotheke,

mittlerweile haben wir uns gut in Shanghai eingelebt und Anschluss zu anderen Expats (Ausländer, die in China leben) und Chinesen gefunden.

Die „Shanghai Mamas“ waren eine der ersten Anlaufstellen für mich, der Austausch über Informationen rund ums Leben in Shanghai mit einem kleinen Kind sehr hilfreich. Dies ließ mich darüber nachdenken, wie gut wir es in Deutschland haben, mit der Versorgung von Impfstoffen und deren Risikoabschätzungen durch das Robert Koch Institut (RKI). Wahrscheinlich empören sich nun die Impfkritiker oder -gegner, meine eigene Meinung ist, dass Impfen eines des wichtigsten Dinge ist, um erstens sein Kind vor gefährlichen Erregern schützen und zweitens die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern und da sind wir in Deutschland sehr gut aufgestellt.

Die hier lebenden Expat Familien sind zum einen damit konfrontiert, dass ihr Impfplan aus dem Heimatland mit dem in China variiert, zum anderen, dass die Impfstoffe in den seltensten Fällen verfügbar sind. In den verschiedenen Foren liest man immer wieder, dass man schnell sein muss, um eine Impfung in den renommierten Krankenhäusern zu ergattern.

Impfung von Säuglingen in China - Apotheke Unter Linden Köln-Widdersdorf

Richtig schwierig wird es, wenn der Impfstoff im chinesischen Impfplan nicht vorgesehen ist. Für eine Impfung gegen Rotaviren heißt es, gen Hongkong zu reisen. Um sich das besser vorzustellen: Morgens steigt man in Shanghai in den Flieger, kommt nach zwei Stunden in Hongkong an, lässt sein Baby impfen, um dann direkt wieder Richtung Flughafen aufzubrechen! Wie bequem ist da doch der meist 20-minütige Weg zum Kinderarzt! Man bedenke, laut RKI findet die erste Impfung mit 6 Wochen statt und es gibt insgesamt 3 Stück!

Kritischer zu sehen ist die Impfung gegen Tuberkulose, die hier in China direkt bei der Geburt als Lebendimpfung gegeben wird. In Deutschland profitieren wir wiederum von den Erkenntnissen des RKIs, welches seit 1998 eine BCG-Impfung aufgrund der Nebenwirkungen und dem nicht gewährleisteten Schutz gegen die gefährlichste Form, die Lungentuberkulose nicht zugelassen ist.

Ein weiterer Vorteil sind in Deutschland die Kombinationsimpfstoffe, der kleine Säugling muss nicht so häufig gepikst werden, wie war das doch gleich, die Eltern leiden meist mehr ??

Viele der Eltern versuchen daher, die Impfstoffe aus dem Ausland nach China einzuführen, was sich aufgrund der einzuhaltenden Kühlketten nicht gerade einfach gestalten lässt. Der andere Weg ist der, den wir gewählt haben, das Kind bei Besuchen in Deutschland dem Kinderarzt vorzustellen. Fürchte mich schon vor einer Impfreaktion mit eventuellem Fieber unterm Weihnachtsbaum, aber ein gesundes Kind ist das schönste Geschenk! (…und es gibt ja noch Thuja D4!)

Viel Spaß beim Durchschauen der verschiedenen Impfpläne, danach schwirrt einem der Kopf.

Eure Andrea Kirwel

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